28.06.2007

Brand im AKW Krümmel

Reaktor heruntergefahren

Im AKW Krümmel, rund 30 Kilometer südlich von Hamburg, brach am Nachmittag ein Brand aus. Nach offiziellen Angaben brennt ein Transformator. Da dieser sich im nicht-nuklearen Bereich befindet, wurde sofort vermeldet, es bestehe "keine Gefahr". Erinnert sei jedoch an die Beinahe-Katastrophe am 25. Juli 2006 im schwedischen AKW Forsmak, die durch eine plötzliche Trennung des AKW vom Stromnetz und Überspannung ausgelöst worden war. Das zuständige Kieler Sozialministerium unter der einschlägig bekannten Ministerin Gitta Trauernicht teilte mit, es habe keine radioaktive Freisetzung gegeben.

Über dem AKW Krümmel sind zur Zeit riesige schwarze Rauchschwaden zu sehen. Mehrere hundert Feuerwehrleute sind an der Brandbekämpfung beteiligt. Eine Ursache, wie die Kühlflüssigkeit des Transformators in Brand geriet, wurde bisher nicht bekannt. Der Siedewasser-Reaktor mit einer Leistung von rund 1.400 MW wurde per Schnellabschaltung heruntegefahren. Der Transformator wird benötigt, um den produzierten Strom ins Netz einspeisen zu können.

Das AKW Krümmel wird von den zwei Energie-Konzernen Vattenfall und E.on betrieben. Es wurde 1983 in Betrieb genommen und soll laut "Atomausstieg" in der laufenden Legislaturperiode (regulär bis 2009) nicht abgeschaltet werden. Bei dem nicht selten genannten "voraussichtlichen Abschalttermin im Jahr 2016" handelt es sich um pure Spekulation. Seit 1990 trat in der unmittelbaren Umgebung des AKW die weltweit stärkste Häufung an Kinderleukämiefällen auf. Als Ursache hierfür kommt jedoch ein Unfall im benachbarten Forschungszentrum GKSS im Jahr 1986 in Betracht.1 Auf dem Gelände des AKW Krümmel wurde im vergangenen Jahr als Folge des "Atomausstiegs" ein atomares Zwischenlager für rund 80 CASTOR-Behälter fertiggestellt.2

 

REGENBOGEN NACHRICHTEN

 

Anmerkungen

1 Siehe hierzu auch unseren Artikel:

      Leukämiefälle in Geesthacht
      ExpertInnen-Anhörung / Neue Analysen angekündigt (13.04.07)

2 Siehe hierzu auch unseren Artikel:

      Atommüll-Zwischenlager im AKW Unterweser
      Betriebsgenehmigung für 40 Jahre (18.06.07)

      Informationen zum "Atom-Ausstieg"

 

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