12.12.2004

Stellungnahme

Mit Zustimmung zum Atomkonsens
die Basis verraten

Zur Rolle von Marianne Tritz im Bundestag

Wenn man die unsägliche Rolle von MdB Marianne Tritz bei den "Grünen" in Berlin verstehen will, muß man ihre Vita kennen. Ich war bis Juni 2000, also bis zur Zeit des großen Verrats aller "grünen Versprechungen" an einem schnellen Atomausstieg, Mitglied dieser Partei und habe fast an allen Sitzungen des grünen Kreisverbandes teilgenommen. Marianne Tritz, die immer alle Situationen trickreich zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzte, hatte es geschafft, Vorsitzende zu werden.

Anstelle des gewählten Delegierten Kurt Herzog, der erkrankt war, fuhr sie dann im März 2000 zum Parteitag der "Grünen" in Karlsruhe als Stimmberechtigte. Sie hatte einen klaren Auftrag, dort gegen den sich bei den "Grünen" abzeichnenden faulen Kompromiß, den schnellen zeitlich machbaren Atomausstieg noch weiter zu verzögern, zu stimmen. Es gab dazu einen fast einstimmigen Mitgliederbeschluß. In Karlsruhe hat sie dann entgegen ihrem Auftrag dem faulen Beschluß über die noch sehr langen Laufzeiten von AKWs und die Weiterproduktion von erheblichen Atommüllmengen zugestimmt und damit ihre Basis verraten. Die Kritik daran überstand sie durch politisch raffiniertes Agieren bei den Mitgliedern und blieb Vorsitzende.

Den endgültigen Verrat an den Atomausstiegsplänen beging sie dann auf dem Beschlußparteitag der "Grünen" in Münster im Jahr 2000 vor Abschluß der so genannten "Konsensgespräche", wo sie als Delegierte den Beschluß über noch sehr lange Laufzeiten der AKWs mittrug. Ich war als Gastdelegierter dort anwesend und mußte erkennen, mit welcher Hingabe und Hinterhältigkeit "Grüne" bei einem Verrat aller Wahlversprechen dort für den Erhalt ihrer Posten stritten. Vielleicht ist einigen noch das "faustisch anmutende Jubelabschlußbild" in Erinnerung.

MdB Tritz muß irgendwann erkannt haben, daß ihre Fähigkeiten nicht im erlernten Beruf, sondern darin bestehen, durch politisches Taktieren viel Geld zu verdienen. So gelang es ihr auch entgegen meinem Vorschlag als Kassenprüfer, durch das Ausnutzen bestimmter Mitgliederkreise doch noch eine Entlastung des Vorstandes für die Rechnungslegung zu erreichen. Ich hatte aufgrund der mir vorgelegten Unterlagen die Nichtentlastung des Vorstandes beantragt, weil beim Einnahmen-Ausgaben-Vergleich für eine Veranstaltung mit Jürgen Trittin in der Kunsthalle Jameln über mehrere tausend DM im Abrechnungsnachweis fehlten. Vielleicht hat sie sich das Ziel gesetzt, wie die damalige Vorstandssprecherin der "Grünen", Gunda Röstel, die den Konsens mit einfädelte und nun auf einem leitenden Posten beim E.on-Konzern sitzt, einmal in den Vorstand bzw. Aufsichtsrat von 'Vattenfall' zu gelangen. Thomauske, ehemaliger Verantwortlicher beim BfS, hat dies auch geschafft.

 

Heinrich Messerschmidt
Lüchow

 

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