3.07.2007

AKW Krümmel knapp
an GAU vorbei

Schnellabschaltung infolge des Brands gefährdete Reaktor

Wieder einmal hat der Energie-Konzern Vattenfal versucht, die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen. Bislang hatte es geheißen, der Brand des Transformators - außerhalb des Reaktorgebäudes - am Donnerstag, 28. Juni,1 habe keine Folgen für den Reaktor selbst gehabt. Doch heute kommt nun zutage, daß das AKW Krümmel infolge der Schnellabschaltung knapp an einem GAU vorbei geschlittert ist.

Wie jetzt bekannt wurde, kam es durch "unplanmäßiges Öffnen von zwei Sicherheits- und Entlastungsventilen" und den "unplanmäßigen Ausfall einer von mehreren Reaktorspeisewasserpumpen" zu einem "schnellen Druck- und Füllstandsabfall im Reaktordruckbehälter". (Eingeräumt wurde von Vattenfall bislang, daß im Reaktordruckbehälter der Füllstand unter die Normhöhe von 14,07 Meter bis auf 11,6 Meter und der Druck von 65 auf 20 bar abgesunken war.) Bei einem Füllstandsabfall im Reaktordruckbehlter werden die Brennstäbe freigelegt. Innerhalb kürzester Zeit führt dies zu einer Überhitzung und zur gefürchteten Kernschmelze.

Von der technischen Seite her betrachtet waren die Probleme der Schnellabschaltung tatsächlich nicht Folge des Transformatorbrands. Der Reaktor hätte auch auf verminderte Leistung gedrosselt werden können. Es handelte sich vielmehr - wie so oft - um eine Fehlreaktion. Doch schon lange ist bekannt, daß Schnellabschaltungen bei AKWs ein hohes Risiko bergen.

 

REGENBOGEN NACHRICHTEN

 

Anmerkungen

1 Siehe hierzu auch unsere Artikel:

      Brand im AKW Krümmel
      Reaktor heruntergefahren (28.06.07)

      Atommüll-Zwischenlager im AKW Unterweser
      Betriebsgenehmigung für 40 Jahre (18.06.07)

      Leukämiefälle in Geesthacht
      ExpertInnen-Anhörung / Neue Analysen angekündigt (13.04.07)

      Informationen zum "Atom-Ausstieg"

 

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